Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA
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Sanktionen der FATF

Die Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei wies in ihrem Informationsschreiben Nr. 12 darauf hin, dass Transaktionen, welche ganz oder teilweise über nicht-kooperative Länder abgewickelt werden oder in welche natürliche oder juristische Personen aus diesen Ländern involviert sind, der besonderen Abklärungspflicht gemäss Art. 6 GwG unterstehen. Das heisst für die Praxis: Die wirtschaftlichen Hintergründe und der Zweck einer Transaktion mit einer Person, Firma oder mit einem Finanzinstitut aus einem nicht-kooperativen Land sind auch ohne das Vorliegen weiterer Anhaltspunkte abzuklären, es sei denn, ihre Rechtmässigkeit sei erkennbar. Weitere Weisungen der Kontrollstelle über das Verhalten der Finanzintermediäre bei Geschäftsbeziehungen mit Personen aus Risikoländern finden Sie in Informationsschreiben Nr. 19 sowie auf deren Webseite.

Die Sanktionen der FATF wurden wiederholt angepasst und geändert. Den aktuellen Stand entnehmen Sie der Webseite der FATF.

Gemäss einer Veröffentlichung der FATF vom 19. Februar 2016 stellen Geschäftsbeziehungen mit den Ländern Iran und Nordkorea ein grosses Risiko dar (Blacklist). Systematische Defizite bestehen bei Afghanistan, Bosnien und Herzegovina, Guyana, Iraq, Laos, Myanmar, Papua New Guinea, Syrien, Uganda, Vanuatu und Yemen.

Mit Veröffentlichung vom 23. Juni 2017 hat die FATF Afghanistan und Laos von der Liste der Länder mit systematischen Defiziten gestrichen.

Mit Veröffentlichung vom 3. November 2017 hat die FATF Uganda von der Liste der Länder mit systematischen Defiziten gestrichen.

Für die PolyReg-Mitglieder besteht für alle Geschäftsbeziehungen, welche Berührungspunkte mit den genannten Ländern aufweisen, die besondere Abklärungspflicht für jede Geschäftsbeziehung.

Verbesserungen wurden festgestellt bei Algerien, Angola und Panama. Kundenbeziehungen mit Berührungspunkten zu diesen Ländern (Nationalität, Wohnsitz oder Aufenthaltsort des Kunden oder des wirtschaftlich Berechtigten) sind deshalb ebenfalls als erhöhtes Risiko zu behandeln.

Einstufung von Länderrisiken

Neben den Listen der FATF ist der Corruption Perceptions Index (Index2016.pdf) von Transparency International ein praktisches Hilfsmittel zu Evaluation von erhöhten Risiken einer Geschäftsbeziehung. Länder in der unteren Hälfte der Liste, d.h. ab einer Punktezahl von 40 und weniger im CPI-Index, gelten in der Regel als erhöhtes geographisches Risiko, sofern der Finanzintermediär nicht in Anwendung von §32 Abs. 2 des Reglements in Berücksichtigung seiner konkreten Geschäftstätigkeit und der damit verbundenen Risiken andere Kriterien aufgestellt hat.

Die Basel Governance Liste basiert auf Evalutionen der FATF und ist ein weiteres gutes Hilfsmittel zur Klassifizierung von Länderrisiken (Score >6 = erhöhtes Risiko). Auf einem gewichteten Korb von Kriterien basiert die Rating Liste von Know your Country (<70 Punkte = erhöhtes Risiko).

Es wird empfohlen, die Listen kumulativ nebeneinander zu verwenden, da sie nicht alle auf den gleichen Kriterien beruhen.