Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA
von der FINMA anerkannte Selbstregulierungsorganisationen
PolyReg Allg. Selbstregulierungs-Verein
 
Basisdokumente der SRO PolyReg
Gesetze und Verordnungen
Formulare
[Anmerkung: Die Relevanz dieses historischen Rundschreibens aus dem Jahr 2001 erschöpft sich heute in den Handlungsanweisungen zu Geschäftsbeziehungen mit Berührungspunkten zu nicht-kooperativen Ländern gemäss Liste der FATF.]

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Die SRO PolyReg ersucht alle Mitglieder, bei Kundenbeziehungen nach Massgabe des nachstehend wiedergegebenen Informationsschreibens Nr. 19 der Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei (Kontrollstelle) den Weisungen entsprechend zu verfahren.


Eidgenössische Finanzverwaltung
Administration fédérale des finances
Amministrazione federale delle finanze
Administraziun federala da finanzas
Swiss Federal Finance Administration

Christoffelgasse 5
3003 Bern

Bern, 21. Dezember 2001
Tel 031/ 323 39 94
Fax 031/ 323 52 61
E-Mail gwginfo@efv.admin.ch
Unser Zeichen 355.7/mac

An alle anerkannten Selbstregulierungsorganisationen
an alle Finanzintermediäre gemäss Art. 14 Abs. 1 GwG

Betrifft: Selbstregulierungsorganisationen, Informationsschreiben Nr. 19; Direkt unterstellte Finanzintermediäre, Informationsschreiben Nr. 7
 
Ergreifung von Gegenmassnahmen gegenüber Nauru

Sehr geehrte Damen und Herren

Am 5. Dezember 2001 hat die Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF / GAFI) die Ergreifung von Gegenmassnahmen gegenüber Nauru beschlossen, weil gravierende und anhaltende Mängel bei der Bekämpfung der Geldwäscherei in diesem Land bestehen.1

Demzufolge lädt die Kontrollstelle die Finanzintermediäre ein, im Hinblick auf den Geschäftsverkehr mit Nauru folgende Massnahmen zu treffen:

  1. Erhöhte Aufmerksamkeit und verschärfte Sorgfaltspflichten bei Geschäftsbeziehungen mit natürlichen oder juristischen Personen mit Sitz oder Wohnsitz in Nauru; insbesondere:

  2. Eingehende Überprüfung und Identifizierung der Vertragspartner und der wirtschaftlich berechtigten Personen gemäss Art. 3 und 4 GwG sowie

  3. Systematische Forderung einer Bestätigung in Bezug auf die Identität der wirtschaftlich berechtigten Person bei der Eröffnung einer Geschäftsbeziehung mit einer Vertragspartei mit Sitz oder Wohnsitz in Nauru.

Die Kontrollstelle weist noch darauf hin, dass die bereits für Nauru und für die anderen, am 7. September 2001 als nicht-kooperativ bezeichneten 18 Länder2 erlassenen Vorschriften immer noch von aktueller Bedeutung sind. Die in Ziffer 89 des Berichts des FATF vom 22. Juni 20013 enthaltene Warnung bleibt gültig, und die Kontrollstelle unterstreicht, dass Transaktionen, welche ganz oder teilweise über nicht-kooperative Länder abgewickelt werden oder in welche natürliche oder juristische Personen aus diesen Ländern involviert sind, der besonderen Abklärungspflicht gemäss Art. 6 GwG unterstehen.

Wir bitten die der Kontrollstelle direkt unterstellten Finanzintermediäre, die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen. Die anerkannten Selbstregulierungsorganisationen bitten wir, ihre angeschlossenen Finanzintermediäre entsprechend zu informieren.

Mit freundlichen Grüssen

EIDG. FINANZVERWALTUNG
Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei

Dina BalleyguierChristophe Maillard
Leiterin der KontrollstelleJuristischer Mitarbeiter


Fussnoten:
  1. Pressemitteilungen vom 5. Dezember 2001 (http://www1.oecd.org/fatf/pdf/PR-20011205_en.pdf).

  2. Cook Islands; Dominica; Egypt; Grenada; Guatemala; Hungary; Indonesia; Israel; Lebanon; Marshall Islands; Myanmar; Nauru; Nigeria; Niue; Philippines; Russia; St. Kitts and Nevis; St. Vincent and the Grenadines; Ukraine (English version; 04.02.2002).

  3. Entsprechend der Empfehlung 21 der FATF müssen Finanzinstitutionen bei Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit Personen, Gesellschaften und Finanzinstitutionen der erwähnten nicht-kooperativen Länder besonders aufmerksam sein.